Burg und Schloss Allstedt

In der ehemaligen Pfalz weilten viele deutsche Herrscher. Unter Otto II. war Allstedt die meistbesuchte Pfalz Sachsens.
Viele Reichs- und Fürstenversammlungen fanden hier statt. Unter Kaiser Barbarossa (Friedrich I.) wurde auf der Anlage 1188 der letzte Reichstag abgehalten. Die Stadt Allstedt und die Burg sind mit dem Wirken Thomas Müntzers verbunden. Er predigte in der Stadtkirche St. Johannes und in der Schlosskapelle hielt er am 13. Juli 1524 seine sogenannte Fürstenpredigt vor den sächsischen Regenten. Auch Johann Wolfgang von Goethe weilte mehrfach auf der Burg.
Heute laden auf Burg und Schloss Allstedt Museumsbereiche und Ausstellungen zum Besuch ein. Besichtigt werden können die spätgotische Küche mit dem Großkamin einschließlich Hofstube, barocke Räumlichkeiten, die Thomas-Müntzer-Ausstellung, die Ausstellung Johann Wolfgang von Goethe und seine Allstedter Besuche von 1776 bis 1782, die Eisenkunstgusssammlung Carl Horn – Mägdesprung, die Ausstellung zur Baugeschichte und Denkmalpflege und das landeskulturelle Kabinett/Natur und Umwelt im Territorium. Die Kernburg war 1989 als Museum und kulturelles Zentrum übergeben worden. Heute finden hier viele Kulturveranstaltungen vor historische Kulisse statt. Es treten Chöre und Musikgruppen auf und nicht selten gibt es mittelalterliche Tafeleien am Kamin.
Die ganze Anlage ist trotz vieler Veränderungen klar gegliedert. Es gibt das sogenannte vordere Schloss, die innere Vorburg, die Kernburg und die äußere Vorburg. Der Besucher betritt die Vorburg, indem er durch einen gotischen Torturm hindurchgeht. Daran schließt sich ein fünfeckiger Hof an, der von Wohngebäuden umgeben ist. Über eine Brücke betritt man dann den Bereich der Kernburg. Der Hof der Kernburg hat an drei Seiten ebenfalls Wohnbauten. Der Palas im Erdgeschoss hat eine große spätgotische Küche mit riesigem Kaminschlot und einer anschließenden Hofstube. Der Kaminschlot ist 19 m hoch und hat eine Herdstelle von 5 mal 5 Metern. Er ist heute noch funktionstüchtig.

 

Wigpertikirche - im Sprachgebrauch „Allstedter Dom“

An die Stadt der Bauernkriege und die Jahre der Wirksamkeit Thomas Müntzers erinnert der Dom, die Wigpertikirche. Der heilige Wigpertus, dem sie geweiht war, war ein Missionar der Thüringer in der Zeit des Bonifatius. An der Stelle der alten Holzkirche aus der Gründungszeit steht heute ein fester Steinbau mit gepaarten Rundbogenfenstern.

 

St. Johanneskirche

Sehenswert ist auch der Barockbau der St. Johanneskirche. Hinter dem weiten Altarraum erhebt sich ein prunkvoller Kanzelaufbau mit reichen Früchten und Blumengewinden, schlanken Säulen mit reichen Kapitellen, überwölbt von den zierlichen Maßwerk einer fein gegliederten Kassettendecke. Die Gemälde der Allstedter Kirchenräte und Superintendenten schmücken den weiten Raum.

 

Rathaus

Baulich interessant ist auch das alte Rathaus mit gotischem Treppengiebel. Das Allstedter Wappen über den Türen zeigt neben dem wilden Mann als Schildhalter in den Wappenbildern die wechselnde Zugehörigkeit der Stadt an: der Adler, den alten Domanialbesitz des Reiches, die roten Kurschwerter die Zugehörigkeit zu Sachsen. Beachtenswert ist im Inneren das Holzschnitzwerk des Sitzungssaales.

 

Stadtmühle
Die historische Stadtmühle liegt im Zentrum von Allstedt. Im Frühjahr 1997 begann der Mühlenverein mit der Restaurierung der vorhandenen Technik. Zur Vervollständigung der Mühlentechnik wurden Müllereimaschinen aus abbruchreifen Mühlen erworben.
Durch die Unterstützung der Lotto – Toto GmbH Sachsen-Anhalt , dem Landesarbeitsamtes und dem Arbeitsamt Sangerhausen wurde 1998 die Wiederinbetriebnahme der Wasserkraftanlage begonnen und teilweise realisiert. Das Ziel ist die Rekonstruktion des Mühlgrabens und der Wasserkraftanlage nach historischem Vorbild. Nach einem aufwendigen Genehmigungsverfahren bekam 1999 der Mühlenverein die Wasserrechte zugesprochen. Durch die Erlangung der Wasserrechte und die Inbetriebnahme des Wasserrades besteht die Möglichkeit zur alternativen Energiegewinnung.
Es finden Kurse, Workshops, Gruppenveranstaltungen und Projekttage zu den unterschiedlichsten Themen im traditionellen Handwerk (Wollverarbeitung, Papierschöpfen etc.) und im historischen Bauhandwerk (Techniken der Holzverarbeitung, des Lehmbaus u.v.m.) statt.
Hier haben Interessierte jeden Alters die Möglichkeit, handwerkliche Techniken zu erlernen und auszuprobieren, wobei der Wert von ökologischen Rohstoffen vermittelt wird.
© Stadt Allstedt
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