Zur Geschichte Kaltenborns

Die Verwaltungsgemeinschaft Allstedt-Kaltenborn, die sich aus den Namen der beiden sich am 01.01.2005 zusammengeschlossenen Verwaltungsgemeinden Allstedt und Kaltenborn zusammengesetzt hat, ist mit der Bildung der Einheitsgemeinde Stadt Allstedt zum 01.01.2010 aufgelöst.
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Kaltenborn gibt es nicht mehr als eigenständigen Ort. Der Name "Kaltenborn" geht aber auf einen alten, geschichtsträchtigen Namen zurück.

Südwestlich von Emseloh, nahe der heutigen Bahnlinie Halle-Kassel lag einst ein Hof. Früher wurden Gehöfte und Siedlungen oft nach markanten, geographischen Besonderheiten ihrer Umgebung benannt. Die Quelle, die im angrenzenden Waldgebiet des Kalten Tales entsprang, wurde so zum Namensgeber für diesen Hof., der nun als Hof Kaltenborn (Hof an der kühlen Quelle) in die Geschichte einging.

Die letzte Besitzerin des Hofes Kaltenborn war Kunigunde, Tochter Ludwig des Springers und Gemahlin des sächsischen Grafen Wichmann. Sie verstarb kinderlos. Ihr Mann, Graf Wichmann, der selbige, der Herr auf der Niuuenburg (Bayer-Naumburg) war, schenkte diesen Hof dem Halberstadter Domstift und wandte sich selbst dem geistlichen Leben zu. Um 1120 wurde auf dem Hof Kaltenborn ein Kloster mit gleich lautendem Namen gegründet. Das Kloster Kaltenborn wurde dem Evangelisten Johannes geweiht und mit Augustiner Chorherren besetzt. Diese waren bekannt für ihre ernsthaften wissenschaftlichen Studien sowie für ihre seelsorgerische Tätigkeit. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kloster so mächtig, dass im Volksmund wundersame Geschichten umgingen und viele Sagen sich um ihn woben. Nachweisbar ist, dass das Kloster Kaltenborn bereits bei seiner Gründung in mehr als 35 Dörfern Güter  besaß, 13000 Morgen Land und 3100 Morgen Wald sein Eigen nannte. Alle sieben Mitgliedsgemeinden (Stadt Allstedt, Katharinenrieth, Mittelhausen/Einsdorf, Niederröblingen, Nienstedt/Einzingen, Winkel, Wolferstedt) der bis 2004 bestehenden VG „Kaltenborn“ waren damals mit dem Kloster durch feudale Besitzstrukturen verbunden. Den Reichtum des Klosters konnten die Mönche durch zahlreiche Schenkungen, jährliche Zins- und Lebensansprüche, durch Abgaben und Frondienste der Bauern mehren. Das Kloster verfügte über eine Klosterschule und ein eigenes Hospital. Im nahe gelegenen Ort Emseloh ließ der Abt des Klosters die Kirche St. Marien bauen. Zahlreiche Orte der Umgebung wurden durch die Mönche des Klosters Kaltenborn seelsorgerisch betreut.

1525 kam es bei Frankenhausen zum Aufstand der Bauern. Diese forderten u.a. die Abschaffung der Leibeigenschaft und die Einführung der Reformation. Ihre Wut richtete sich vor allem gegen die umliegenden Klöster und Herrschaftsgüter. Mit Einführung der Reformation 1539 wurde das durch den Bauernaufstand 1525 stark in Mitleidenschaft gezogene Kloster Kaltenborn aufgelöst und sein Besitz dem Amt Sangerhausen zugeschlagen. Später ging aus Teilen des einstigen Klosterbesitzes das Rittergut Kaltenborn hervor.
Das Gutshaus und die Wirtschaftsgebäude des Rittergutes wurden unmittelbar an der heutigen B 80 und dem Ort Emseloh errichtet. Das Kloster begann zu zerfallen. Es wurde als Steinbruch genutzt. So soll die Schenke (Ratskeller) zu Riestedt mit dem Buntsandstein umgebaut und die Straßen in Emseloh gepflastert worden sein. Die steinernen Zeugen des reichen Klosters Kaltenborn sind heute nur noch in den Kirchen beider Orte sichtbar.

Eine Gedenktafel am Weg hinter der alten Schäferei erinnert an die Stelle, wo einst das Kloster Kaltenborn lag.

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